Die klinische Hypnose in der Psychotherapie

Ξ 25. Mai 2010

Die klinische Hypnose ist inzwischen als Therapieform anerkannt und dient dazu, eine Verbindung zum Unterbewusstsein eines Patienten herzustellen. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Hypnose in manchen Fernsehshows.

Bei Hypnose denken viele zuerst an die Hypnoseshows, die hin und wieder im Fernsehen zu sehen sind und die man auch auf Jahrmärkten gerne zur Belustigung des Publikums veranstaltet. Dabei ist diese Technik keineswegs nur zur Unterhaltung geeignet, sondern wird seit einigen Jahren auch verstärkt in der Medizin eingesetzt. Dabei läuft eine klinische Hypnose natürlich etwas anders ab und verfolgt auch einen gänzlich anderen Zweck. In immer mehr Zahnarztpraxen wird sie beispielsweise verwendet, um die Patienten in eine leichte Trance zu versetzen, sodass sie von der Behandlung kaum etwas mitbekommen und keine Schmerzen spüren. Insbesondere für Angstpatienten, die sich sonst nicht zum Zahnarzt trauen würden, ist dies besonders hilfreich. Auch wer die gängigen Betäubungsmittel nicht verträgt oder ein Problem mit Spritzen hat, kann von einer Hypnosebehandlung profitieren. Allerdings muss man diese privat bezahlen, die Krankenkassen übernehmen sie in der Regel nicht. Ein weiteres bedeutendes Einsatzgebiet hat die klinische Hypnose in der Psychotherapie. Viele Krankheiten, sowohl rein psychische als auch psychosomatische, haben ihre Ursache in seelischen Belastungen oder Verletzungen, derer sich der Patient selbst gar nicht richtig bewusst ist. Unser Gehirn verfügt nämlich über diverse Verdrängungsmechanismen, die in Kraft treten können, wenn unsere Psyche ein bestimmtes Ereignis oder eine Situation nicht verarbeiten kann. Dies bedeutet nicht, dass das entsprechende Erlebnis aus dem Gedächtnis gelöscht wird. Vielmehr hat das Bewusstsein keinen direkten Zugriff mehr darauf. Manchmal brechen diese Erinnerungen wieder hervor, oft bleiben sie aber im Unterbewusstsein verschlossen. Mit diesem kann der Patient durch die klinische Hypnose kommunizieren und teilt dabei dem Therapeuten die aufkommenden Bilder, Gedanken und Gefühle mit. So lassen sich oft verborgene Ursachen für die heutigen körperlichen und seelischen Probleme aufspüren. Diese lassen sich dann mit therapeutischer Anleitung und Unterstützung aufarbeiten, was allerdings einige Zeit dauern kann.